Es wäre wieder passiert

Langeweile während einer obligatorischen externen Veranstaltung. Recherche auf dem Smartphone nach laufenden Sportveranstaltungen. Dabei auf ein Tennisspiel gestossen, bei dem der Aussenseiter Chancen haben könnte und schon beginnt der Rausch in meinem Gehirn. Gut, greifen die Massnahmen nicht zu Geld zu kommen. So kann sich mein Puls wieder normalisieren und die Vernunft kann wieder einsetzen. Da bin ich nochmals davongekommen.

Nachtrag (später während des Spiels): Ich verfolge das Spiel, als hätte ich darauf gesetzt. Dieses Mal würde ich mir wünschen, ich wäre einmal mehr komplett daneben gelegen. Aber siehe da. Dieses eine Mal hätte ich grosses Glück gehabt. Wobei? Kann man bei einem erneuten Rückfall von Glück sprechen? Ich weiss es nicht. Auf jeden Fall ärgere ich mich massiv. Es ist der maximale Mittelfinger des Schicksals. Fast noch schlimmer als hätte ich das Geld verloren. Fazit: ich bin sehr, sehr krank

Was könnte mir helfen?

Hätte ich Publikum würde ich Euch fragen, ob Ihre einen Schimmer habt, was mir in der jetzigen Situation helfen könnte. Vielleicht kämen da einige Vorschläge. Eigentlich sollte ich selber ja am besten Wissen. Ich spüre eine Lücke, aber meine Sucht überlappt diese. Sie füllt sie nicht aus, aber sie gaukelt mir vor, die Lösung zu sein. Je weiter ich sie wegstosse, je lauter wird sie. Sie ist nicht die Lösung und auch nicht das eigentliche Problem. Sie ist ein Symptom, dass mich auf einen Mangel hinweisen möchte. Ursprünglich als es noch ein Hobby war, hat sie mich tatsächlich unterhalten und mir etwas gegeben. Da war es aber auch noch keine Sucht und ich hätte vielleicht tatsächlich einfach wieder damit aufgehört, wenn ich mich um den wirklichen Mangel gekümmert hätte.

Es ist kompliziert. Man spürt, es stimmt etwas nicht. Man sieht die Folgen und spürt die massiven Auswirkungen davon, aber auch nach Jahren weiss man nicht was einem fehlt.

Kämpfen

In den letzten zwei Wochen war ich im Urlaub, aber trotz grosser Hoffnung und Vorfreude hat mich meine Sucht nach Italien begleitet. Plötzlich konfrontiert mit sehr viel Freizeit, war ich erst einmal überfordert. Etwa am dritten Tag wusste ich gar nicht mehr wo mir der Kopf steht. Ich habe gespürt: So kann es nicht weitergehen. Es muss sich etwas ändern. Noch immer drehen sich die Gedanken viel zu sehr um Sport und mögliche Wetteinsätze. Wie erholsam doch Corona war. Kein Sport = keine Wetten. Jetzt ist wieder alles voll mit Neuigkeiten zum US Open und ständig lockt das Spiel. Es fühlt sich wie ein Kampf an und ich muss mir immer wieder vergegenwärtigen, dass ich nicht gegen etwas im Aussen kämpfe, sondern gegen die eigenen Dämonen.