Tag 1: … aber der Glaube fehlt

Ich schreibe Tag 1 in den Titel. Die Absicht wäre. mich damit zur Abstinenz zu motivieren. Das hat schon einmal recht gut geklappt und einmal mässig. Dieses Mal schreibe ich den Titel und sofort kommt der gefühlte Schlag in die Magengrube, der mit dem Gedanken „das schaffst Du ja sowieso nicht“ einhergeht.

Das ist bezeichnend für mein momentes Grundgefühl. Ich fühle mich beschissen und mein Selbstbewusstsein hat sich irgendwo in einer Höhle verkrochen und will schon länger nicht mehr rauskommen.

Ich frage mich immer wieder ob das, wie ich mich fühle, schon fast unter Depression geht. Ich weiss aber, dass diese Phase viel länger dauern müsste, dass mir das diagnostiziert würde. Auch dürfte ich dann nicht mehr so Appetit haben 🙂 Aber zur depressiven Episode reicht es allemal. Nachdem ich gestern nochmals einen hohen Betrag auf eine völlig irrwitzige Wette gesetzt habe, habe ich jetzt den üblichen Kater. Gerade einmal zwei Tage hat es gedauert bis mich der Hafer wieder gestochen hatte. Die Abstände werden immer kürzer, die Ratlosigkeit immer grösser.

Vorhin war ich eine Stunde joggen. Es war körperlich anstrengend, vor allem aber auch geistig. Wenn man in einem Loch sitzt, hat man manchmal das Gefühl das einem nur noch ein kompletter Befreiungsschlag helfen könnte. Den Job künden, die Beziehung auflösen, umziehen, neu anfangen! Das ist ein Wunsch den ich im Geheimen immer wieder hege. Keine Ahnung wie es mir anschliessend gehen würde, aber wenigstens wäre dann das Grau nicht mehr so prägnant. Vielleicht wäre es dann schwarz, vielleicht aber auch heller.

Ich empfinde es aber auch als Flucht. Als Reaktion, die ich von früher her kenne und miterlebt habe. Als wirkliche Lösung taugt sie wohl nicht. Aber was taugt denn? Wo kann ich ein kleines Schrittchen in die richtige Richtung gehen? Ich habe das Gefühl, dass mich meine negativen Gefühle umgeben und verschlingen. An der Spitze der negativen Gefühle steht im Moment der Hass. Der Hass auf das Leben, auf die Lebensumstände, auf die Anderen und die grösse Portion Hass bekomme ich selber ab.

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