Wie lange willst Du so noch leben?

Dieser Satz habe ich soeben auf einer Hypnosetherapieseite entdeckt. Ich weiss nicht, ob er bewusst zweideutig formuliert ist.

Das Gute daran ist, dass ich es zwar im Sinne der Hoffnungslosigkeit lese aber mich nicht davon angesprochen fühle. Ich bin zwar seit mehr als 15 Jahren glücksspielsüchtig, habe soeben wieder eine ganz tragische Phase, aber den Lebensmut hat es mir nicht genommen.

Das und die eigentliche Krankheitseinsicht sind die einzigen beiden guten Elemente. Daneben ist es auch aktuell wieder eher ein Kampf mit dem Leben.

Ich bin unglücklich und stelle mir die Huhn oder Ei-Frage: Was war zuerst? War ich zuerst unglücklich und dann habe ich angefangen zu spielen oder bin ich unglücklich weil spielsüchtig bin?

Ich habe diese Woche in der Gruppentherapie von meiner Gleichgültigkeit erzählt. Ich fühle mich, als hätte ich nichts zu verlieren. Ich bin derart abgestumpft, dass keine Emotionen mehr zu meinem Herz gelangen.

Viel gewonnen? Egal! Viel verloren? Egal? Beziehung im Arsch? Egal? Job fürn Arsch? Egal!

Wie kommt man da raus? Wie soll ich die nächsten Tage, ja Wochen ohne mein Spiel als Emotionslieferant überleben? Das Spiel hilft mir mein Leben zu strukturieren. Das Spiel ist mittlerweile mit mir verwachsen.

Ich habe im Moment keine Antworten, nur Fragen. Ich muss jetzt aber echt an die Arbeit. Ich stelle also die Zähler der Abstinenz-Uhr (ein Nichtraucher App namens EasyQuit) auf Null und bin selber gespannt ob ich bald weiterschreibe oder ob es bald wieder „ein allerletztes Mal“ heisst. Ich hoffe nicht!

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