Neuanlauf

Lange war es ruhig hier im Blog. Das hatte zweierlei Gründe. Einerseits war ich nicht gerade von der Muse geküsst, was interessante Blogeinträge gefördert hätte und andererseits habe ich wieder ein Phase des „Kontrollierten Spielens“ hinter mir.

Unter uns gesagt: Beim Kontrollierten Spielen handelt es sich um ein Oxymoron. Um zwei sich ausschliessende Begriffe also. Spielen ist für einen Spielsüchtigen schlicht nicht kontrollierbar. Man kann zwar die Verluste limitieren und kann versuchen die Häufigkeit in den Griff zu bekommen aber von einer eigentlichen Kontrolle kann nicht die Rede sein. Hätte man wirklich die Kontrolle, könnte man ja entscheiden ganz aufzuhören und das können, wie wir wissen, die Wenigsten.

Nun ja, da habe ich mir etwas dazu überlegt. Da ich ja zeitlebens immer ein wenig ein Aussenseiter war, kann ich ja versuchen auch hier einen speziellen Weg einzuschlagen und von einem auf den anderen Tag auzuhören. In meiner Vision wäre das dann so, dass ich hier berichte, dass ich mir auch nicht so richtig erklären kann, warum das plötzlich möglich war.

Natürlich klingt das auch für mich selber fast zu schön um wahr zu sein, aber Hauptsache ich werde wiedereinmal versuchen abstinent zu bleiben. Es ist ja nicht so, dass sich nichts verändert hat. Irgendwie habe ich schon das Gefühl ich sei weiter als damals, als ich mit der Einzel- und Gruppentherapie begonnen habe.

Mich quälen aber auch Sorgen, die erst durch das abstinent sein, aufkommen. Was mache ich mir all dieser Zeit? Muss ich diesen immerwährenden Kick durch etwas Adäquates ersetzen, damit ich überhaupt eine Chance habe? Falls ja, was könnte das sein? Vom Typ her liebe ich Wettbewerb, Spiel und herausgefordert zu sein. Wenn ich dann aber mein Leben so betrachte, sehe ich ausser der Wetterei nicht sehr viel Herausforderung. Das ist mir am vergangenen Wochenende sehr bewusst geworden. Ich müsste eigentlich zuerst eine Ersatzbeschäftigung finden und dann aufhören. Das wäre bestimmt intelligen, funktioniert aber in der Praxis nicht. Ich brauche den Druck um etwas zu verändern. Druck der entsteht, wenn ich nicht weiss was ich mit mir und der freigewordenen Zeit anfangen soll.

Wünscht mir Glück!