Mitteilung an mich selber

Hallo

Du bist jetzt vermutlich seit kurzer Zeit spielfrei und hattest damals im Oktober 2015 die glorreiche Idee Dir selber mitzuteilen, weshalb Du Dich immer wieder einmal dafür entscheidest. Ich hoffe, Du liest sie wenn Du irgendwann wieder schwankst und die Probleme, die Dir heute noch sehr präsent sind, zu weit weg sind um Dich davon abzuhalten wieder rückfällig zu werden:

  • Du fühlst Dich im Moment vielleicht nicht sehr gut, kriegst etwas nicht so auf die Reihe, wie Du Dir das wünschst aber glaube mir: Wetten hat Dir noch nie ein Problem gelöst, es hat es höchstens zugedeckt und Dich kurzfristig abgelenkt. Ich finde es gut, dass Du den Kopf durchlüften willst aber die Wetterei wird Dir den Kopf nur derart vernebeln, dass Du „die Lösung“ nicht einmal siehst, wenn sie dick und feiss vor Dir liegt.
  • Du hast gerade wieder das unglaubliche Gefühl „ihn“ zu kennen? Den ultimativen Tipp? O.k., mag sein dass dieser Tipp tatsächlich nicht von schlechten Eltern ist. Ich gebe zu, die ersten Wetten, die Dich jeweils wieder in die Sucht zurückgebracht haben, waren von überdurchschnittlicher Qualität. Aber was ist danach? Weisst Du noch? Danach hast Du wieder dieses Gefühl von Überheblichkeit: Du könnest jede Menge dieser Tipps scheissen und Dir so einen netten Nebenverdienst verdienen. PUSTEKUCHEN! Du wirst diesen ersten Gewinn und jede Menge mehr, beim Versuch wieder auf Null zu kommen, blödsinnig verjubeln. Das war immer so und wieder immer so bleiben.
  • Warst Du nicht furchtbar stolz auf Dich? Wie lange hast Du jetzt nicht mehr gespielt? Rechne doch mal: Wann hast Du das letzte Mal eine Wette platziert. Falls Dir das zu mühsam ist, findest Du unter http://www.topster.de/kalender/tagerechner.php einen praktischen Rechner, den ich Dir in meiner generösen Art soeben gesucht habe. Also, ich höre? Wow! So lange! Geil! Willst Du das echt wieder aufs Spielen setzen, damit Du wieder von wieder von Vorne anfangen musst? Das würde ich an Deiner Stelle lieber lassen oder in anderen Worten: LASS DEN SCHEISS!
  • Kannst Du Dich noch an dieses beschissene Gefühl in Phasen der Wetterei erinnern? Ich helfe Dir gerne auf die Sprünge. Du schläfst schlecht, hast ein ständiges Gefühl von Unruhe in Dir. Es fühlt sich an, als würde Dir jemand sprichwörtlich die Zeit und Lebensenergie stehlen und von wie Du Dich jeweils nach Verlusten gefühlt hast, will ich gar nicht erst anfangen.
  • Du kannst langfristig nicht gewinnen. Denke daran: es ist ein Pechspiel. Du hörst jeweils erst wieder auf, wenn Du alles was Du eingesetzt hast, verloren hast. Auch den Anfangsgewinn wird Dir nie bleiben.
  • Die schlimmsten beiden Punkte habe ich für den Schluss aufbewahrt: Du verlierst Dich im Spiel. Dich höchstpersönlich. Deine Affekte verflachen, Deine Lebensfreude stirbt ab und Du vernachlässigst die, von denen Du immer behauptet hast, seien Dir ach so wichtig: Die, die Dich lieben!

Next try

Bei mir steht eine anstrengende Zeit vor der Tür und körperlich gesehen, liegt sogar eine solche hinter mir.

Ich habe dieses Wochenende gemerkt, dass mein Körper im Moment Hochleistungen erbringen muss, denen er über Zeit nicht gewachsen ist, vor allem nicht weil ich ihm nichts zurückgebe.

Mit der notwendigen Erholung, guter Ernährung und einem guten Körperbewusstsein läge vieles drin. Vermutlich könnte ich auf einen Marathon hin trainieren und würde ihn auch schaffen. Etwas was ich vor einem Jahr nie gedacht hätte. Ich habe gelernt wie unglaublich gut ein Körper sich adaptieren kann, wie 15 km sich plötzlich wie 5 anfühlen und das selbst hier noch lange nicht das Ende der Fahnenstange wäre.

Ich merke aber auch, dass mir mein Körper Signale gibt. Zuerst sind sie leise und könne nur allzu einfach beiseite geschoben werden. Glücklicherweise wird die Sprache des Körpers aber immer lauter und deutlicher, so dass man sie erhören muss.

Mir beispielweise wurde vor rund einer Woche sprichwörtlich vor den Bug geschossen. Nach einer anstrengenden Wettkampfsituation hatte ich eine Migränenattacke. Dies obwohl ich bisher nie unter Migräne litt. Die körperliche Verfassung war aber über die ganzen letzten Wochen hin nur noch schlecht, jeder Schritt war einer zu viel.

Seither wird mein Leben wieder durchgeschüttelt. Die Synapsen glühen und beschäftigen sich mit der Frage, was läuft in einem Leben denn nicht rund?

Da gibt es so vieles was mir in den Sinn kommt. Im Prinzip läuft es aber immer auf dasselbe raus: besser mit sich selber umgehen. Ich habe mir schon öfters vorgestellt, was ich mir denn als guter Freund raten würde.

Im Moment würde ich mir raten: Fahr einfach jede Belastung, die Du reduzieren kannst, runter und wenn ich so meine „überflüssigen“ Belastungen gedanklich durchgehe, lande ich natürlich sofort bei der Wetterei. In der letzten Zeit wieder abgetan als kontrolliertes Hobby, ist es nach wie vor eine Sucht, die mich und meine Kapazitäten ganz langsam, aber stetig aussaugt.

Das brauche ich nicht länger! Deshalb starte ich (leider erneut) den Versuch diese Sucht bewusst anzugehen. Tag 1