Ein hoffnungsloses Unterfangen

Mir geht es heute nicht sehr gut und da kam mir in den Sinn, dass ich diesen Blog eigentlich einmal eingerichtet habe, damit er mich in meinem Vorhaben mit Wetten aufzuhören, unterstützt.

Das Going-Public funktioniert im Moment bei mir aber nur so lange gut, wie ich meinen eigenen Erwartungen treu bin. Immer wieder zu schreiben, man sei noch wettfrei ist natürlich deutlich einfacher als davon zu berichten, dass man einen Rückfall hatte und das seither das Leben auch wieder mühsam und anstrengender ist.

Die wettfreie Zeit hat mir gut getan – keine Frage. Ich hatte viel mehr Zeit als früher, mehr Energie und konnte mich besser konzentrieren. Schlussendlich bin ich aber auch einfach ein Süchtiger und die letzte Wette, die ich im letzten Blog beschrieben hatte, hat mir für den Moment dann halt doch den Rückfall beschert.
Irgendwie gehört zu dieser Sucht auch ganz stark das ganze Drumherum. Das sich mit dem Thema exzessiv befassen, das Recherchieren, das Platzieren der Wette und die anschliessende Spannung gehören zusammen und sind ein ganzer Prozess. Das eine geht ohne das andere aber nicht. Ich habe mich mit der Champions League befasst und wurde dadurch wieder angefixt. Obwohl es irgendwie anders war als früher, bzw. es sich anders angefühlt hat, waren die Folgen dennoch dieselben.

Ja, ich habe leider wieder gewettet. Ja, es geht mir deswegen heute mies und ja, ich bin im Moment ein wenig ratlos wie ich damit umzugehen habe.

Momentan prallen meine absoluten Grundsatzthemen auf mich ein. Nähe und Autonomie oder die Frage, über was in meinem Leben kann ich wirklich selber entscheiden und wo bin ich eine Marionette meiner eigenen Erwartungen. Das letztere gehört für mich in das Thema Erwartungsmanagement. Darin bin ich grottenschlecht.
Ich hatte die gute Idee einen Blog zu eröffnen, fand es langweilig das nur für mich zu schreiben und war naiv genug diesen zu veröffentlichen. Naiv deshalb, weil ich nicht überlegt habe was es für Reaktionen auslöst und was es wiederum für einen Druck auslöst seine Sucht eben nicht mehr mit sich selber ausmachen zu können.
Da spüre ich grossen Trotz so à la „das geht Euch gar nichts an“. Wenn ich aber hinter diesen Trotz schaue, sehe ich wieder das kleine verletzte Kind, welches Angst hat seine eigene Erwartungen nicht erfüllen zu können. Das ist umso schlimmer, weil ich mein inneres Kind bisher immer damit getröstet habe, dass es sobald es alle Erwartungen erfüllt habe, die Liebe dann schon erhalte, die es sich wünscht.

Ein hoffnungsloses Unterfangen

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